OMAN


Urlaub im Oman 


Das Wüstensultanat Oman begeistert mit herrlichen Landschaften und Traditionen des Orients 

Eine Reise in den Oman ist wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Das ganz im Südosten der Arabischen Halbinsel gelegene Land ist ein echter Geheimtipp. Noch haben nicht allzu viele Touristen die Schönheiten der einsamen Traumstrände und menschenleeren Wüstengebiete entdeckt. Hierhin kann man noch eine echte Entdeckungsreise unternehmen. Die muslimisch geprägten Städte des Oman verzaubern mit prachtvoll gestalteten Moscheen.

Auf dem Suq wehen Besuchern exotische Düfte um die Nase, vor ihren Augen türmen sich Berge bunter Gewürze auf. Neben faszinierenden Wüstenlandschaften lockt das zerklüftete Hadschar-Gebirge als weitere Naturschönheit. Und auch grüne und wasserreiche Oasen sind im Süden des Landes zu finden. Grüne Canyons, malerisch gelegene Wasserfälle und Palmenhaine, fernab des Massentourismus, lassen hier das Herz höher schlagen. Welche Highlights im Oman ihr auch keinen Fall auslassen dürft, ist hier zu erfahren.




Traumstrände, Tauchen und Birdwatching in Salalah 

Smaragdgrün schimmert das Meer vor den schneeweißen Sandstränden der Stadt Salalah, die als beliebteste Baderegion des Sultanats Oman gilt. Die beste Zeit für einen Badeurlaub im Oman ist von November bis März, denn dann können die herrlichen Strände bei Sonne und Hitze bestens genutzt werden. Nun ist die Zeit für eine Delfinsafari, die mit Ausflugsbooten und fachkundiger Führung unternommen werden kann. Wer Glück hat trifft dabei auch auf Buckelwale.

Wen es nach noch mehr Action verlangt, findet in Salah ein wahres Taucherparadies vor. Einige Hotels bieten Hausriffe, die nur von ihren eigenen Gästen genutzt werden dürfen. Für alle anderen gibt es jedoch auch rundum noch genügend Auswahl, zum Beispiel die Eagle Bay sowie das Shaab Ashra Riff. Hier, an den bunten Riffs, tummeln sich etliche Meeresbewohner. Immer wieder treffen Taucher auf Wracks versunkener Schiffe, die erkundet werden können. Vogelfreunde kommen zu Zeiten des Vogelzuges auf ihre Kosten. Denn zahlreiche Vogelschwärme passieren hier den Oman auf ihrem Flug in die Winterquartiere. Adler, Kormorane und sogar Flamingos können dann beobachtet werden. Inspizieren kann man die Vögel auf eigene Faust, oder im Rahmen einer geführten Birdwatching-Tour.


Ausflug zu den Wüstenoasen und die Geschichte des Weihrauchhandels 

Zwischen Juni und September ist im Süden des Oman Regenzeit. Und die hat rund um Dhofar, der Region in der auch Salalah liegt, für Naturliebhaber ihren Reiz. In der Regenzeit saugt die Wüstenlandschaft derartig viel Wasser auf, dass sie sich im Handumdrehen in eine Oase voller grüner Landschaften und Wasserfälle verwandelt. Ein Ausflug zum türkisblauen Wasserfall Wadi Darbat ist dann ein Muss.

Auch der Ayn Athum Wasserfall ist spektakulär. Wem nach noch mehr Natur ist, erklimmt dann den Jebel Samhan, den größten Berg der Region Dhofar, der als Naturschutzreservat ausgewiesen ist. Die Berglandschaft ist absolut beeindruckend: karge Felswüsten wechseln sich mit imposant aufragenden Schluchten ab. Die Straßen in der Region sind schmal und werden häufig von Kamelen gekreuzt. Oben anbekommen erstreckt sich ein ausladender Blick über die Städte Mirbat und Taqa, bis hin zur Küste.

Wieder hinab geht es vorbei an zahlreichen Weihrauchbäumen. Das ist nicht verwunderlich, denn die Hauptstadt der Region Dhofar, Salalah, gilt noch heute als Zentrum des internationalen Weihrauchhandels. Auf dem Weihrauch-Suq der Stadt gibt es ihn in sämtlichen Ausprägungen zu kaufen: als schwarze Brocken zum Räuchern - so wie Weihrauch in der katholischen Kirche verwendet wird - als Weihrauchlotion für die Haut, oder als weißer Weihrauch, den man kauen kann. Hier bleiben keine Wünsche offen. Nebenan steht der prächtige Sultanspalast, der von außen besichtigt werden kann. Der antike Weihrauchhafen Al-Baleed im Osten der Stadt, gehört dem UNESCO-Weltkulturerbe an. Al-Baleed war im Mittelalter eine eigenständige Stadt. Wie sie aufgebaut gewesen ist, lässt sich in der archäologischen Ausgrabungsstätte gut nachvollziehen. In der Nähe steht das Museum des Weihrauchlands, das nicht nur einen Überblick über den Weihrauchhandel, sondern auch über die allgemeine Kulturgeschichte des Oman liefert.


Maskat: die verwunschene Hauptstadt des Sultanats Oman 

Maskat ist mit knapp 640.000 Einwohnern, die sich über das komplette Gouvernement Maskat verteilen, eine eher klein wirkende Hauptstadt. Denn auf die Kernstadt selbst verteilen sich lediglich etwa 30.000 Einwohner. Dennoch verzaubert die Stadt ihre Besucher mit orientalischen Sehenswürdigkeiten wie der Großen Sultan-Qabus-Moschee. Weltweit gesehen ist sie eine der größten Moscheen überhaupt.

Ausgestattet ist sie mit kunstvoll gewebten persischen Teppichen und massiv wirkenden Kronleuchtern. An den Innenwänden der Moschee sind kunstvolle Ornamente aufgezeichnet worden. In der quadratischen Gebetshalle finden nicht weniger als 6.500 Gläubige Platz zum Gebet. Die drei großen hölzernen Eingangstüren weisen kunstvolle Schnitzereien auf. Um die eigentliche Moschee herum gruppieren sich Unterrichtsräume und Wohnheime für Koranschüler.

Die Moschee darf zu festgelegten Zeiten, und entsprechend züchtig gekleidet, auch von Nicht-Muslimen besichtigt werden. Opernliebhaber finden in Maskat mit dem Royal Opera House ein Haus von Weltruf. Im Museum Bait Al Zubair können traditionelle omanische Waffen und Bekleidungsgegenstände besichtigt werden. Im Nationalmuseum wird die Kulturgeschichte des Oman lebendig. Seit 1580 wacht das Al Jalali Fort am Hafen über Maskat. Der königliche Palast Qasr al-ʿAlam gibt einen Eindruck von der jüngeren osmanischen Architekturgeschichte. Er wurde in den 1970er Jahren erbaut.

Bei einem Spaziergang durch die Stadt fällt immer, nicht nur an dieser Stelle, das Nebeneinanderstehen von Tradition und Moderne ins Auge. Maskat verfügt über eine Reihe historischer Gebäude, aber auch über sehr moderne Bauwerke wie verschiedene Brücken und Straßenzüge. Wer Maskat ganz traditionell erleben möchte, sollte unbedingt durch die engen Gassen des Suq schlendern, und sich vom Anblick orientalischer Teppiche und Silberwaren, dem Duft exotischer Gewürze und dem geschäftigen Treiben der feilschenden Händler verzaubern lassen.


Zwischen Gebirgen und Wüstenlandschaften 

Sagenhaft schöne Wüstenlandschaften lassen sich in Rub al Khali, der größten Sandwüste der Welt, erleben. Bis in das Jahr 300 nach Christus zogen die Weihrauch-Karawanen durch diese Wüste. 

Die Wüste Rimal Al Wahiba beeindruckt mit ihren Wanderdünen und Ghaf-Bäumen, die im Winter grün bewachsen sind. Auf der Fahrt durch diese Wüstenregionen können Beduinen vor ihren Behausungen angetroffen werden. Da es im Sommer extrem heiß in den Wüsten wird, sollte eine Ausflugsfahrt nur in den frühen Morgenstunden stattfinden. Generell empfiehlt es sich nicht alleine, sondern mit einheimischen Guides, loszuziehen.

Das Hadschar-Gebirge ist ein 450 Kilometer langer Gebirgszug im Norden des Landes, der unter anderem für Wanderer und Bergsteiger sehr interessant ist. Der Dschabal Schams ist mit 2.970 Metern Höhe der höchste Gipfel der Gebirgskette. Auf dem Weg dort hin finden Wanderer auf einem 2.000 Meter hohen Plateau mehrere Bergdörfer, die den Wanderern die nötige Infrastruktur bieten. 

Auch von der Oasenstadt Nizwa am Gebirgszug Al-Dschabal al-Achdar aus, lassen sich herrliche Wanderungen unternehmen. Etwa 40 unterschiedliche Wanderwege sind hier ausgewiesen, und führen durch verträumte Felslandschaften. An den hoch aufragenden Felsen versuchen sich immer mehr Kletterer. Auch Mountainbiker finden hier für sie ausgelegte Strecken. Wer die komplette Bergregion in all ihren unterschiedlichen Facetten kennenlernen möchte, macht eine Jeeptour durch das Hadschar-Gebirge. Dabei kann das Fort Jabrin in der Nähe von Nizwa besichtigt werden. Es wurde zwischen 1679 und 1692 erbaut. Der ausleihbare Audio-Guide erzählt von der Geschichte des Forts Jabrin.



Was sonst noch wichtig ist 

Der Oman gilt, trotz seiner Lage nahe dem Jemen, als sicheres Reiseland. Am gefährlichsten sind hier frei laufende Kamele, mit denen man als Autofahrer aneinander geraten kann. Die Menschen sind sehr aufgeschlossen und laden Fremde gerne auf einen Tee ein.

Viele Einheimische sprechen recht gut Englisch, weshalb es mit der Kommunikation keine Probleme gibt. Touristen müssen sich in dem muslimischen Sultanat nicht verschleiern. Ein respektvoller Umgang mit der Kultur und den Traditionen des Landes, wird jedoch erwartet.

So sollten, bei Männern wie Frauen, außerhalb von Hotelanlagen Schultern und Knie stets bedeckt sein. Für den Moscheebesuch sollten Frauen immer ein Kopftuch parat haben: bevor sie eintreten müssen ihre Haare mit dem Kopftuch bedeckt werden.