Kanaren
Kanaren – wo Himmel und Erde verschmelzen

Leinen los! Auf Königswegen wandern, die schönsten Inselstrände entdecken, zwischen paradiesischer Natur und kargen Landschaften verweilen oder regionale Weine lobpreisen – die Kanaren machen ihrer feurigen Herkunft alle Ehre: Sie sind alles, nur nicht langweilig.
Weit, ganz weit draußen liegen sie: Ein spanischer Außenposten – ein traumhaftes Archipel im Atlantik mit sieben Hauptinseln, dass mit seiner Natur und den Ortschaften unzählige Menschen in seinen Bann zieht.


Wer beim Landeanflug auf der richtigen Seite sitzt, der wird nicht nur von der fulminanten Lage Las Palmas begeistert sein – tolle Sandstrände, dichte Wälder und atemberaubende Berge ergeben ein faszinierendes Gebilde inmitten des türkisblauen Meeres.


Jenseits der Klischees!

An den Stränden der Kanarischen Inseln tummeln sich Sonnenanbeter wie Sardinen in der Dose? Die Kanaren sind ein Massen-Reiseziel? Viele dieser Klischees hört man immer wieder… und sie stimmen ja auch – mancherorts, aber nicht immer und überall.
Sei es am Lavastrand von Tazacorte, inmitten der Dünenlandschaft von Maspalomas oder beim Wandern am Roque Nublo – dort kann man in Ruhe baden, dösen oder joggen. Wandern durch duftende Lorbeerwälder und träumen unter dem Wolkenmeer: Die glitzernden Inseln haben weitaus mehr zu bieten, als ihr Ruf vermuten lässt. Eng mit dem Festland verwoben und doch Welten entfernt – es ist die wohl bezauberndste Ecke Spaniens.


Und da ist noch etwas, was die Kanaren so besonders macht: Das Klima der Inseln ist ein Luxus! In der Regel ist es weder zu heiß noch zu kalt, eben einfach immer angenehm warm und häufig sonnig.
Auf geht’s! Aller guten Dinge sind sieben: Erste Eindrücke von den Inselschönen, auf denen der Betrachter den ewigen Frühling finden kann, das Paradies oder zumindest Glückseligkeit.


Neue Insel, neues Glück! Feuerberge und endlose Strände – von allem etwas!

Kontinent im Kleinen!

Teneriffa, die größte der Kanarischen Inseln bildet ein Dreieck, in dessen Zentrum sich der im Winter häufig schneebedeckte Pico de Teide aus einem mit dunklen erstarrten Lavaströmen erfüllten Kraterkessel erhebt. Auf 3718 Meter thront der Teide über einer spektakulären Landschaft. Der Weltreisende Alexander von Humboldt schilderte Ende des 18. Jahrhunderts die Vielseitigkeit und die Schönheit der Landschaft Teneriffas. Besonders das blütenreiche Orotava-Tal, indem es heute einen Botanischen Garten gibt, hielt er für reizvoller als viele der von ihm bereisten Landschaften Mittel- und Südamerikas.


Auf gut 2000 Meter angekommen, öffnet sich eine Szenerie wie aus einer anderen Welt. Sie gleicht einer aus dem Feuer geborenen ausgebrannten Mondlandschaft. Der gesamte Nationalpark del Teide begeistert mit einer Fülle hochinteressanter geologischer Phänomene – Paisaje Lunar zählt zu den beliebtesten Zielen auf der Insel.


Indes herrscht an den Küsten Trubel. Von den Badebuchten der beiden nahtlos ineinander übergehenden Ferienstädte Las Américas & Costa Adeje ziehen sich Einkaufszentren, Vergnügungsviertel, Golfplätze und Themenparks bis weit ins Hinterland. Dort locken schon bald die ruhigen Landstädtchen. Abseits der Touristenpfade empfiehlt sich eine Wanderung im Anaga-Gebirge, um die süßen Weiler zu erkunden, in denen die Welt stehen geblieben ist.


Sand, Sonne und Wind!

Fuerteventura, die flächenmäßig zweitgrößte Insel des Archipels besitzt noch relativ unberührte Gebiete. Die weiten Ebenen sind durch die austrocknenden Saharawinde vegetationsarm. So mögen die Reize auf den ersten Blick vielleicht nicht spektakulär sein, aber gerade das macht Fuerteventuras Stärke aus. Richtig berühmt ist die Insel für ihre kilometerlangen Strände. „Hier verschmelzen Himmel und Erde, hier werden sie eins in der Umarmung des Meeres“, befand einst der spanische Schriftsteller Miguel de Unamuno diesen Teil des Archipels in Worten. Schöner als der Blick auf die Playa de Coferte ist dann höchstens doch ein Spaziergang an der Bucht mit nackten Füßen im Atlantik.


Wer den Reihen von Sonnenliegen entfliehen möchte, begibt sich in den Nordwesten der Insel zu den wilden Stränden und den vom Wind gepeitschten Wellen rund um El Cotillo. Im Norden der Insel offeriert sich ohnehin eine weiße Traumwelt: Berge und Täler aus scheinbar fließendem Sand, so weit das Auge reicht. Der Blick auf das Dünengebiet von El Jable ist auch beim zehnten Besuch auf der Insel ein Erlebnis.
Abseits der Touristenpfade: Bei Cofete, am Ende einer schwindelerregenden Piste, liegen ein winziger Weiler, ein großartiger Surfstrand und ein mysteriöses Herrenhaus.
Wer die kanarische Lebensart kennenlernen will, bummelt indes durch die nahezu touristenfreie Inselhauptstadt Puerto del Rosario.


Feuer und Flamme!

Auf der Nachbarinsel Lanzarote ist der Vulkanismus immer noch präsent und hat eine besondere Landschaft von karger Schönheit geschaffen. Lanzarote ist vor allem was für Ästheten, die sich an den Farben und den bizarren Formen des Eilandes kaum sattsehen können. Zartgrüne Weinreben bahnen sich ihren Weg durch Vulkanasche und bieten einen Augenschmaus. Dabei sind sie nicht nur hübsch anzusehen – der Wein schmeckt auch noch! Lanzarote steht für Vulkane, Meer und jede Menge Kunst.


Doch das Wunder der Kanaren offenbart sich vielleicht am deutlichsten bei einem Besuch des Parque Nacional de Timanfaya. Zu den Feuerbergen gelangt man durch eine Landschaft von düsterer Gewalt.
Unweit dieser Inselfläche, die eher einer ausgebrannten Mondlandschaft ähnelt, liegt das der Nordostküste vorgelagerte Inselchen La Graciosa – ein abgelegener Traum aus hellgoldenen Stränden und sandbedeckten Straßen. Von Orzola aus setzen mehrmals täglich Boote nach Caleta del Sebo über. Sobald man dem verschlafenen Hafenort den Rücken zugekehrt hat, ist der Lärm der Welt vergessen. Tipp: Die kleine Barkasse schaukelt wie eine Nussschale auf dem Wasser. Wer zur Seekrankheit neigt, sollte sich einen ruhigen Tag zur Überfahrt aussuchen.


Die wohl schönste Aussicht bietet sich vom Castillo de las Colorados, einem alten Piratenausguck, im äußersten Süden Lanzarotes. Die Blicke schweifen auf die Nordküste Fuerteventuras, auf die Insel Lobos und die Papageienstrände. Vamos a la playa!


Hohe Berge, stille Täler, weite Seen!

Gran Canaria, die drittgrößte Kanareninsel, hält tolle Naturerlebnisse bereit. Zwischen Bergen und Ozean ist die Insel äußerst abwechslungsreich.
Es grünt so grün im südöstlich von Agaete sich erstreckenden gleichnamigen Barranco, einem der schönsten Täler auf Gran Canaria. Am Mirador de Balcón gilt: Schweben über dem Atlantik und doch festen Boden unter den Füßen. Und wer in der einzigartigen Bergwelt Gran Canarias wandern geht, wird vielerorts mit spektakulären Panoramen belohnt.
Grüne Hügel, wilde Schluchten und herrliche Sandstände; hier wachsen Zitronen, Orangen und Bananen – auf Terrassenfeldern gedeihen Kürbis und Wildkresse.


Tejeda ist das Herz der Insel. Rund 1000 Meter hoch über dem Meer und gerade mal eine Autostunde von den umtriebigen Ferienstädtchen entfernt, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Im Frühjahr durftet es nach Lavendel, Stechginster überzieht die Hänge und Zistrosen zeigen ihre rosa Blüten.


Ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung der gebirgigen Inselmitte ist das Bergdorf Tunte am Rand der Caldera Tirajana. Tipp: Von der 1376 Meter hohen Bergkuppe Altavista genießt man einen tollen Blick auf die von Barrancos zerfurchte Bergwelt.

Wer das koloniale Flair liebt, den zieht es gen Norden. Die Inselhauptstadt Las Palmas begeistert hier mit einem wunderschönen Altstadtviertel und ist zugleich die urbane Metropole vor grünem Hinterland. Andere genießen einen Ausflug in die malerischen Landstädtchen entlang der von weitläufigen Bananenplantagen gesäumten Nordküste.


Der Süden Gran Canarias gehört zu den Lieblingsreisezielen der Deutschen. An der Playa del Ingles nimmt das sommerliche Vergnügen seinen Lauf und die Dünen von Maspalomas sind fast zu schön, um wahr zu sein. Dem nicht genug: Der 400 Meter lange, sichelförmige Playa de los Amadores gehört zu den schönsten Stränden Gran Canarias.


Vulkaninsel mit viel Grün – Isla bonita!

La Palma – nein, das ist nicht der falsch geschriebene Name der Stadt auf Gran Canaria, sondern eine weitere Kanareninsel, die am westlichen Ende des Archipels liegt. „Isla bonita“… nennt sich La Palma stolz. Es ist wirklich eine schöne Insel. Und grün ist sie noch dazu, wie sonst keine andere ihrer kanarischen Schwestern. Herman Christ, ein Schweizer Botaniker formulierte es einst so: „Das märchenhafte Palma liegt vor uns, …und lockend und niedlich die helle Stadt.“ Tiefe Schluchten und fruchtbare Ebenen: Das facettenreiche Landschaftsbild macht La Palma zu einer Wanderinsel par excellence. Für besonders scharfe Kontraste sorgen der immergrüne Nebelwald im Norden und der von Lavaströmen geprägte Süden.
Die „Grüne Insel“ liegt wie ein Herz am westlichen Rand des Kanarischen Archipels und ist dort für ihren Nationalpark bekannt. Seit 1954 steht das Zentrum von La Palma als Parque de la Caldera de Taburiente unter Naturschutz.


Abseits der Touristenpfade gehört ein Besuch des Charco Azul unbedingt dazu. Hier gilt: Fangfrischen Fisch genießen und in die Salzwasserbecken steigen, die in Vulkanfelsen gehauen wurden.


Im Wind rauschende Palmen, ein breiter Strand, der nahe Ozean und hübsche Straßencafés: Willkommen in der Inselhauptstadt Santa Cruz! Die Atmosphäre ist eher verschlafen und gelöst – weiße Häuser strahlen am Ende des blauen Meeres vor den dunklen Berghängen, verträumte kleine Winkel laden zum Bummel ein.
Mit der Fähre aus Teneriffa kommend, gewinnt man einen zauberhaften Gesamtblick auf die Inselhauptstadt.


Reise in eine andere Welt!

La Gomera tickt anders – das fängt schon mit der Anreise an. Diese erfolgt für die meisten Gäste nicht mit dem Flieger, sondern mit der Fähre. Und das Aushängeschild sind nicht etwa Strände, sondern ein dunkler immergrüner Nebelwald. Traditionelle Bergdörfer, malerische Häfen, die Terrassenlandschaften des Valle Gran Rey und ein Meer von Palmen: So klein die Insel auch ist, es gibt weltabgewandte Winkel, wo man glauben könnte, die Zeit sei dort stehen geblieben.
Eindrucksvolle Lorbeerwälder gedeihen nahe dem Alto de Garjonay, dem höchsten Berg der Insel. Indes gehört das Valle Gran Rey (Tal des großen Königs) zu den schönsten Landschaften der Kanarischen Inseln. Hier wie auch an vielen anderen Stellen La Gomeras werden Bananen angebaut. Kaum Sandstrände, dafür eine wild zerklüftete Bergwelt mit ursprünglicher Natur und ein gut ausgebautes Wegenetz machen die Insel zu einem Paradies für Wanderer und Mountainbiker.


Der einzige zugängliche Ort an einer schroffen, unwirtlichen Steilküste ist die Inselhauptstadt San Sebastian. Sie liegt im Flussdelta des mächtigen Barranco de la Villa und bildet zusammen mit dem Fährhafen das Zentrum der Südostküste.


Naturwunder im Norden! Eine faszinierende, über 80 Meter hohe Felsformation wartet auf den Besucher. Das Naturwunder kann nur mit Ausflugsschiffen über den Seeweg erreicht werden. Es erhielt seinen Namen durch die wie Orgelpfeifen aus dem Meer aufstrebenden Basaltpfeiler.



Und ein wenig Strandfeeling gibt es auch: Wer mag, besucht dazu das wasserreiche Tal von Hermigua und verweilt an der Playa de La Caleta, eine der wenigen Badebuchten an der Nordküste.


Insel für Individualisten!

El Hierro glänzt nur unweit vom Massenbetrieb der umtriebigen Nachbarinseln mit Stille und einem Stück unverbrauchter Natur. El Hierro und La Gomera sind die beiden kleinsten und touristisch am wenigsten erschlossenen der sieben Kanarischen Inseln. El Hierro bietet Natur in ihren eindrucksvollsten Ausprägungen. Vom Rand des Hochlandes erlauben etliche Aussichtsplätze spektakuläre Ausblicke auf die ausgefranste Lavaküste. Touristische Anlaufpunkte sind das Golfotal und das bei Tauchern beliebte La Restinga an der Südküste.


Must see:
Das berühmte Felsentor Roquez Bonanza befindet sich bei Las Playas an der Ostküste. Erreichbar ist dieser einsame Platz nur von Norden her über Valverde.
Badefreuden locken in La Maceta, einem Meerwasserschwimmbecken bei Punta Grande.
Highlights abseits der Touristenpfade? Eigentlich ist die ganze Insel touristisch unberührt. In idyllischen Felshöhlen mit kristallklarem Wasser relaxen – das geht am besten an der Cala de Tacorón.


Fazit: Sagenumwobene Drachenbäume, ein zuckerwattiges Wolkenmeer, das vulkanische Farbenspiel und die bunt gemischte Pflanzenwelt: Die Kanarischen Inseln sind faszinierende Küstenlandschaften mit vulkanischem Ursprung und mythologischer Aura. Wer hier strandet,verweilt im magischen Vierklang: Sonne, Sand, Strand und Spaß.